Schnarch- u. Schienentechnik

Schnarcherschiene

Was versteht man unter einer Schnarcherschiene?

Schnarcherschienen sind Kunststoffschienen, die im Dental-Labor individuell für Ober- und Unterkiefer hergestellt werden. Beide Schienen sind über ein Scharnier miteinander verbunden. Der Unterkiefer wird dadurch ca. 10mm nach vorne geschoben.
 

Welche Ursachen hat das Scharchen?

Schnarchen ist nicht nur ein beliebter allnächtlicher Sport bei ca. 70% der über 45-jährigen, sondern kann ein schweres Krankheitsbild darstellen.

Durch Nasescheidewandverengung, Adipositas, Alkohol oder andere Einschränkungen der Luftzufuhr findet eine forcierte Einatmung statt. Das Gaumensegel wird durch diesen Luftstrom in Schwingung versetzt - es kommt zu dem bekannten sägenden Geräusch.

Viel schlimmer jedoch ist, dass die dadurch verringerte Sauerstoffsättigung des Blutes schwerste Herz-Kreislauferkrankungen, einen Ausfall der Traumphasen, einen gestörten Tag/Nacht-Rhythmus, den Sekundenschlaf beim Autofahren etc. auslöst.

Diese Symptome sind besonders ausgeprägt bei Schnarchern mit Atemaussetzern (Apnoen).
Schnarchen kann von daher als eine der häufigsten Todesursachen angesehen werden.


Wie läuft eine Behandlung von Schnarchern ab?

Nicht jeder Schnarcher ist für eine Schienentherapie geeignet. Diese ist nur bei leichten bis mittelschweren Fällen indiziert.

Deshalb muss zunächst interdisziplinär mit einem erfahrenen HNO-Arzt und Pulmologen abgeklärt werden, ob andere Maßnahmen besser geeignet sind.

Ist die Schienentherapie die beste Möglichkeit, werden Abformungen von Ober- und Unterkiefer. Die Schienen werden ca. 7 Tage später eingegliedert und eine intensive Einweisung findet statt. Die Scharniere müssen evtl. noch etwas nachjustiert werden.


Welche Risiken bestehen bei dieser Behandlung?

Risiken bestehen bei der Schienentherapie nicht. Es kann vorübergehend zu Kiefergelenksbeschwerden kommen, die bei einer korrekt eingestellten Schiene jedoch verschwinden.
Die Erfolgsquote liegt bei ca. 80%


Wie ist das Resultat einer Schnarcherschienentherapie?

Natürlich sollte das akustische Problem zumindest deutlich gebessert sein. Apnoen sollten geringer oder gar nicht mehr stattfinden, die Sauerstoffsättigung erhöht sich, die Traumphasen kommen wieder.


Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Die Kosten der Schnarcherschiene sind derzeit keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, obwohl die Alternativen sehr viel teurer sind. Private Leistungserstatter übernehmen wenigstens z.T. die Kosten. Die Kosten liegen bei etwa 600,- €


Welche Alternativen gibt es zu dieser Behandlung?

Die Alternativen liegen bei chirurgischen Eingriffen im HNO-Bereich mit erheblichen Nebenwirkungen, sowie bei zusätzlicher Sauerstoffzufuhr mittels Nasensonden bei schwerwiegenden Fällen.
Ansonsten bietet der Markt eine Fülle von Kuriositäten an, die aber in der Regel nicht funktionieren.

 

Aufbißschienen

Was tun, wenn der Schlaf nicht erholsam ist?

Menschen, die nicht gut schlafen sind nicht gut drauf. Körper und Seele leiden. Und mit ihnen ihre Familie, ihre Freunde, ihre Kollegen. Eine überwiegende Zahl von Verkehrsunfällen wird von Menschen verursacht, die müde sind. Ein müder Mensch kann sich nicht konzentrieren, ist nicht leistungsfähig, macht viele Fehler und ist schlecht gelaunt. Wie kommt es, dass der eine super schläft und morgens Bäume ausreißen kann und der andere wie zerschlagen aufwacht und der Tag für ihn schon gelaufen ist?

Die Schlafforschung ist in Deutschland noch ein sehr junges Wissenschaftsgebiet. Die Ursachen von Schlafstörungen können sehr vielfältig sein und erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Schlafmedizinern, Internisten, HNO-Ärzten, Psychologen, Zahnärzten und ganz besonders der Therapeuten, die in der ganzheitlich denkenden Medizin tätig sind.

Es sprengt den Rahmen des Artikels, alle Ursachen von Schlafstörungen zu beschreiben. Zumal es noch viel Rätselhaftes auf diesem Gebiet gibt.

Aber vielleicht können die nachfolgend beschriebenen „Fälle" ein wenig Licht in das Geschehen bringen. Es werden Beispiele gezeigt, bei denen zahnärztliche Maßnahmen komfortabel zur Besserung der Schlafqualität beitragen konnten.

Wie können nächtliche Atemaussetzer entstehen ?

Während des Schlafens wird die Spannung bestimmter Muskelgruppen herabgesetzt. So erschlafft auch die Muskulatur im Bereich der Luftwege.

Ist diese Entspannung sehr ausgeprägt, können die Weichgewebe des Luftraumes kollabieren und diesen Bereich versperren. Die Luft kann den Rachenraum nicht mehr passieren.

Sehr häufig spielt dabei die Position des Unterkiefers eine große Rolle. Im Schlaf fällt dieser zurück und kann den pharyngealen Raum blockieren. Dies ist meist mit Schnarchgeräuschen verbunden.

Normale Kiefer- und
Zungenlage tagsüber.
Der Luftweg ist frei.
Zurückgefallener
Unterkiefer
während des Schlafens.

Die Zunge versperrt den
Luftweg. 

In Deutschland leiden zwei Millionen Menschen unter obstruktiver Schlafapnoe. Man schätzt, dass ein Viertel dieser Menschen über eine Schnarcherschiene zu therapieren sind.
Dies bedeutet, dass in der Bundesrepublik 500 tausend Menschen auf die Hilfe eines Zahnarztes zurückgreifen könnten.

Was sind Schnarcherschienen?

Bei Schnarcherschienen wird über die Ober- und Unterkieferzahnreihen ein dünner Kunststoffüberzug gestülpt. Die beiden Kiefer werden miteinander verbunden, so dass der Unterkiefer im Schlaf nicht zurückfallen kann und der Luftweg frei bleibt.

Schnarcherschiene im Mund.
Die Teleskoparme verhindern
das Zurückfallen des Unterkiefers
im Schlaf. Öffnungs-, Vor- und
Seitbewegungen sind möglich.
 

In den unteren Abbildungen wurde der Bereich zwischen Zäpfchen und Kehlkopfeingang (Relevanter Bereich für atembedingte Obstruktionen ) ohne und mit Schnarcherschiene dargestellt. Man sieht deutlich die Vergrößerung des Luftraumes durch das Tragen der Schnarcherschiene.

Es gibt auch die Möglichkeit, mit einem akustischen Pharyngometer den Luftweg beim Ein- und Ausatmen auszumessen. Eine gute Prognose für eine Schnarcherschiene besteht, wenn sich dieser beim Vorschieben des Unterkiefers vergrößert.

normale Unterkieferlag Unterkiefer vorgeschobe 


Schlechter Schlaf durch Kieferfehlstellungen

Ein Junger Mann, 22 Jahre, suchte meine Praxis auf wegen ständig vorhandenen Kopfschmerzen und Knackgeräuschen in beiden Kiefergelenken. Morgens war er immer müde und mürrisch.
Die Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke ließen eine Fehlstellung des Unterkiefers (cranio-mandibuläre Dysfunktion) vermuten, was sich durch die Untersuchung bestätigt hatte. Solche Fehlfunktionen sind sehr häufig mit starken Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen verbunden.
Durch die Schmerzen kann das Schlafverhalten negativ beeinflusst werden.

Position von Unter- und
Oberkiefer in der gewohn-
heitsmäßigen Bisslage
vor der Entspannung der
Kaumuskulatur, dargestellt
an den Gipsmodellen der Kiefer.
So möchte der
Unterkiefer gerne den
Oberkiefer treffen,
nachdem die
Kaumuskulatur

entspannt wurde
(Neuromuskulär
ausge- Richtete
Kieferposition). 

Die zahnärtzliche Therapie bestand aus der Eingliederung einer Aufbissschiene im Unterkiefer. Diese wurde in der neuromuskulär ausgerichteten Kieferposition hergestellt. Einige Wochen nach Anpassen der Schiene traten keine Kopfschmerzen mehr auf. Die Kiefergelenkgeräusche unterblieben, wenn die Schiene getragen wurde. Er konnte gut schlafen und war morgens ausgeruht. Die soziale Interaktion mit seiner Umwelt hatte sich sehr positiv entwickelt. Ein großes Stück Lebensqualität war zurückgekehrt.

Ein anderes Beispiel eines 55 Jährigen Mannes mit Kieferfehlstellung, verbunden mit Beschwerden in der rechten Hüfte und Nacken- und Schulterschmerzen. Besonders nachts schmerzte die rechte Hüfte, sodass das
Liegen auf der rechten Seite ebenfalls schmerzhaft war. Wenn er sich aber auf die linke Seite drehte, hatte er Schwierigkeiten mit der Nasenatmung. Sein Schlaf war sehr oberflächlich und er wachte oft auf.

Wie bei dem Jungen Mann zuvor wurde die neuromuskulär ausgerichtete Kieferposition ermittelt und in dieser Position eine Aufbissschiene im Oberkiefer eingegliedert.

Ist-Position von Ober-
und Unterkiefer.
Neuromuskulär
ausgerichtete Position 
   
Neuromuskulär ausgerichtete
Aufbissschiene im Mund.
Aufbissschiene außerhalb des
Mundes. 

Einige Wochen nach Eingliederung und Anpassen der Aufbissschiene sind die Beschwerden in der rechten Hüfte nicht mehr vorhanden. Schlafen ist ungestört auf beiden Seiten möglich. Die linke Nase geht beim Schlafen nicht mehr zu. Anfangs wurde die Schiene auch tagsüber getragen. Nach einem halben Jahr nur noch nachts. Die letzte Befragung im April dieses Jahres, zwei Jahre nach Eingliederung der Schiene, zeigte einen stabilen Zustand. Der Schlaf war sehr gut. Die oben genannten Beschwerden waren nicht mehr aufgetreten.

Literatur aus dem Internet

www.dgsz.de
Deutsche Gesellschaft schlaftherapeutisch tätiger Zahnmediziner

www.afas-ev.de
Arbeitsgemeinschaft für angewandte Schlafmedizin

http://iccmo.de
International College of Cranio-Mandibular Orthopedics



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